Staatsziel Deutsch.

Oktober 8, 2009

Heute bin ich über den Artikel „Koalition will Deutsch im Grundgesetz verankern“, der auf WELT online erschienen ist, gestolpert. Darin heißt es, dass sich die Kulturpolitiker der künftigen Koalitionspartner CDU/CSU und FDP darauf verständigt hätten, den Satz „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch“ im Grundgesetz zu verankern. Damit sollen laut schwarz-gelber Koalition die „Staatsziele Kultur und deutsche Sprache“ ihre endgültige Würdigung finden.

Sprachen Mal abgesehen davon, dass ich mich persönlich nicht mit einem „Staatsziel Deutsch“ identifizieren könnte, stelle ich vor allem seine Bewandtnis in Frage. Schließlich wird in Deutschland eben nicht nur Deutsch gesprochen, wie Guido Westerwelle es vor einigen Tagen noch anstandslos verlauten ließ. Die zahlreichen anerkannten Minderheitensprachen Nordfriesisch, Saterfriesisch, Dänisch, Sorbisch, Romani und Deutsche Gebärdensprache mitsamt ihren kulturellen Hintergründen zeugen von einer lebendigen Vielfalt. Auch die unzähligen darüber hinaus verwendeten Sprachen zeigen, dass wir in einer bunten Republik leben, deren kulturelle Vielfalt nicht mit einem „Staatsziel Kultur und deutsche Sprache“ gebändigt werden darf.

Deutschland besteht aus vielen unterschiedlichen Sprachen und Kulturen und genau das muss endlich als Bereicherung anerkannt werden!

picture: Yukino Miyazawa / license: creative commons

Entry Filed under: Am Rande, Jenseits der Stille, Politik. .

3 Comments Add your own

  • 1. Alex  |  Oktober 9, 2009 at 12:18 p

    Und: Welchen Nutzen sollte ein solcher Passus überhaupt haben? Bringt ja mal gar nichts außer Schlagzeilen…

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  • 2. christophbrammertz  |  Oktober 13, 2009 at 12:54 p

    Volle Zustimmung! Wenn überhaupt, dann kann man den Menschen den Gebrauch der deutschen Sprache im Gerichtssaal oder auf dem Amt vorschreiben. Doch Amts- und Gerichtssprache ist Deutsch sowieso schon. Völlig unnötig also.

    Antworten
  • 3. „Es ist Deutschland hier“ « Christoph Brammertz  |  Oktober 13, 2009 at 1:01 p

    [...] kommenden Bundesregierung, die deutsche Sprache ins Grundgesetz aufzunehmen, zu schreiben. Aber das „Mädchen aus Ostberlin“ hat eigentlich schon alles gesagt, was zu dem Thema zu sagen war: Mal abgesehen davon, dass ich [...]

    Antworten

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