FOCUS sollte in den DUDEN schauen.
Juli 20, 2009
Es ist eine gute Botschaft, die FOCUS online seinen LeserInnen vermitteln will. Nach dem schweren Erdrutsch von Nachterstedt ist einer der Vermissten wieder aufgetaucht. Im Artikel „Vermisster Sohn ist wohlauf“ heißt es:
„Das Schicksal eines 22-Jährigen nach dem verheerenden Erdrutsch in Nachterstedt war lange unklar. Jetzt steht fest: Er lebt. Für seinen Vater und ein Ehepaar besteht kaum noch Hoffnung. Der taubstumme Mann meldete sich am Sonntag bei den Einsatzkräften in Nachterstedt.“
Aufgrund der Verwendung der Bezeichnung „taubstumm“ machte ein Leser die Redaktion in einem Kommentar auf die diskriminierende Bedeutung der Begrifflichkeit aufmerksam:
„In Ihrem Artikel ist von einem ‘taubstummen’ Mann die Rede, welcher (glücklicherweise) unversehrt blieb. Sollte, wie ich annehme, dieser Mann die Fähigkeit besitzen Laute zu artikulieren, auch wenn mancher das Gesprochene nicht verstehen kann, kann hier keinesfalls von einem Taubstummen gesprochen werden. Der Betroffene würde dies zu Recht als diskriminierend empfinden. Richtig wäre in diesem Fall die Bezeichnung ‘gehörlos’! Bitte auch nachlesen bei wikipedia oder anderweitig googeln…! Liebe focus-Redaktion!!! Bitte die Wortwahl gegebenfalls korrigieren!!!“
FOCUS online schrieb in seiner Antwort unter den Kommentar:
„Anm.d.Red.: Nach den Informationen, die uns derzeit vorliegen, ist der Mann taubstumm.“
Ohne Worte. Vielleicht sollte die Redaktion zur Abwechslung auch einfach mal in den DUDEN schauen.
picture: Darwin Bell / license: creative commons
Entry Filed under: Am Rande, Bildung, Jenseits der Stille. .





Trackback this post | Subscribe to the comments via RSS Feed