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Folgenschwerer Abrutsch.
Gestern machte die Lausitzer Rundschau bekannt, dass mitten in Brandenburg ein unglaublicher Erdrutsch geschah: 27 Hektar Erdboden – eine Fläche von 36 Fußballfeldern – sackte um durchschnittlich 5-6 Meter in die Tiefe. Das Unglück, das sich in einem ehemaligen Tagebaugebiet bei Calau (Oberspreewald-Lausitz) ereignete, geschah am 30. Januar dieses Jahres. Erst ein halbes Jahr später wurde der Fall öffentlich.
„Sofort sperrte der Bergbausanierer LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH) das Gebiet weiträumig ab. Mehrere Hundert Hektar Kippenboden wurden zur Gefahrenzone erklärt. Nur Waldbesitzer [...] und anliegende Kommunen wurden informiert.“
Der Vorfall wurde erst Ende Juni im Braunkohlenausschuss, einem Mitwirkungsgremium für Organisationen und Verbände im Braunkohlenrevier, bekannt gemacht.
„Klaus Freytag, Chef des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) nannte den großräumigen Geländebruch ‘einen Schuss vor den Bug’ für seine Behörde. Das LBGR hatte das Gebiet aus der Bergaufsicht entlassen. Freigegebene Flächen, so Freytag, sollten selbstverständlich auch sicher sein.“
Dass allein die Sicherheit freigegebener Flächen offenbar keine Selbstverständlichkeit ist, ist schon unfassbar genug. Dass jedoch mit einer öffentlichen Bekanntmachung ein halbes Jahr gewartet wird, ist ein unverzeihbarer Fehler. Der sich aufdrängende Verdacht auf eine bewusste Geheimhaltungsstrategie seitens der Verantwortlichen lässt sich angesichts des enormen Ausmaßes des Erdrutsches weder vermeiden noch rechtfertigen.
Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass Braunkohleverstromung nach wie vor eine rundum dreckige, naturferne und klimafeindliche Angelegenheit ist – denn dem Klima- und Umweltproblem während Abbaggerung und Verbrennung folgt eine unsichere Rekultivierung von Tagebaurestlöchern, deren Erfolg nicht garantiert werden kann.
picture: smitty42 / license: creative commons
1 comment Juli 7, 2009





