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Streik lohnt – Nun aber her mit der guten Bildung!
Gestern fanden in der Humboldt-Universität (HU) die Sitzungen des Konzils und des Akademischen Senats statt. Der Akademische Senat (AS) ist eines der höchsten Gremien der HU, dort sitzen das Präsidium und VertreterInnen der Statusgruppen an der Universität. Die wichtigsten Ereignisse sind im Folgenden dokumentiert.
Akademischer Senat unterstützt Kernforderungen der Studierenden
Erster großer Erfolg für die Studierendenschaft ist, dass der AS eine Erklärung beschloss, die die Kernforderungen der Studierenden im Rahmen des Bildungsstreik unterstützt. Damit gemeint sind die Forderungen nach sozialer Öffnung der Hochschule, Abschaffung des Bachelor/Master-Systems in seiner bisherigen Form, Demokratisierung der Hochschule und Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen.
Vier konkrete Anträge der Studierendenschaft
Die Studierenden brachten vier Anträge ein, von denen die ersten drei positiv aufgenommen und – zum Teil modifiziert – verabschiedet worden sind. Die Forderungen lauten nach wie vor:
1. Abschaffung von Funktionsstörungsattesten!
Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen! Konkret ging es hierbei um die unverschämte Praxis, nach der Studierende bisher ÄrztInnen von ihrer Schweigepflicht entbinden sollten, damit diese bei Versäumen einer Prüfung dem Prüfungsamt genaue Symptome anstatt der üblichen Krankschreibung mitteilen konnten.
2. Abschaffung von Anwesenheitslisten!
Der AS verabschiedete den folgenden Wortlaut: „Der Akademische Senat findet es wünschenswert Anwesenheitslisten abzuschaffen. Dies soll in einer verfassungs- und geschäftsordnungskonformen Form bis zum Wintersemester 2009/10 geschehen.“ Da zur Umsetzung dieser Forderung die Allgemeinen Studien- und Prüfungsordnungen geändert werden müssen, formulierte der AS den Antrag der Studierendenschaft entsprechend um.
3. Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen!
Der AS erkannte die Forderungen der Studierenden an und erklärte:
„Der Akademische Senat beschließt die Überarbeitung aller BA/MA-Studiengänge bis zum WS 2010/11, bei denen dies rechtlich möglich ist und drängt bei jenen, wo dies nicht der Fall ist auf Veränderung (z.B. Lehramt). Die Überarbeitung geschieht unter folgenden Maßgaben:
- Reduzierung des Workloads
- verbesserte Studierbarkeit
- Einführung eines Moduls (mind. 10 SP) „Wahlfreiheit“ (Studium generale) in allen Studienfächern. Umgesetzt werden soll dies in Kommissionen in den Instituten, die zur Hälfte mit Studierenden besetzt sind, sofern solche entsprechenden Gremien noch nicht vorhanden sind.
- Überprüfung der Prüfungsmodalitäten“
4. Jedem Bachelor- ein Masterplatz!
Einzig diesen Antrag lehnte der AS ab. Er sah das Vorhalten von 50 Master-Plätzen für 50 Bachelor-Plätze vor, also die Garantie eines sicheren Masterplatzes für alle BachelorabsolventInnen. Es wurde argumentiert, dass dafür weniger Bachelor-Plätze angeboten werden müssten, daher hatte dieser Antrag leider keine Chance.
Gute Aussichten!
Alles in allem kann sehr wohl behauptet werden, dass der Bildungsstreik erste Früchte trägt! Auf www.hu.bildungsstreik-berlin.de kann die Zusammenfassung der Sitzung des AS nachgelesen werden und auf www.tagesspiegel.de findet sich ein Zeitungsartikel über die gestrigen Geschehnisse.
Fazit: Streik lohnt – Nun aber her mit der guten Bildung!
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