Archive for Januar 2009

Stressfaktor Zeugnisnoten abschaffen!

Heute ist in Brandenburg der letzte Schultag vor den Winterferien – der traditionelle Tag der Vergabe der Halbjahreszeugnisse. Diesen Anlass nutze ich wieder einmal, um Stellung zur ominösen Praxis der Notenvergabe zu nehmen:What do you want to be when you grow up?

„Pünktlich zur Vergabe der Halbjahreszeugnisse laufen die Drähte zu den telefonischen Seelsorgediensten in Brandenburg wieder heiß. Schülerinnen und Schüler sind aufgrund unerwünschter Zeugnisnoten verängstigt, trauen sich nicht nach Hause und wissen nicht, wie sie mit der psychischen Belastung umgehen können.“

Ich kritisiere die Praxis der Notenvergabe, weil sie in meinen Augen einen völlig unnötigen Stressfaktor für Kinder und Jugendliche darstellt.

„Die Schülerinnen und Schüler werden einem unverhältnismäßigen Leistungsdruck und negativen Stress erzeugenden Vergleichen untereinander ausgesetzt. Dadurch sinkt die Motivation zum Lernen und die Freude am Schulbesuch bleibt gänzlich auf der Strecke.“

Meiner Meinung nach wird die Praxis der Notenvergabe nicht ausreichend hinterfragt: Noten werden lediglich als Instrument zur Selektion im Bildungssystem gebraucht und sagen nichts über den individuellen Lernfortschritt einer Schülerin/eines Schülers aus.

Schwarz WeißDie Bewertung von komplexen Lernerfolgen wird auf eine einzige Note innerhalb der Ziffernskala von 1 bis 6 reduziert und damit soll eine vermeintliche Objektivität vorgegaukelt werden.

Die Praxis der Notenvergabe ignoriert den Anspruch auf individuelle Lernerfolgsbeurteilung und die Heterogenität von SchülerInnen in einer Lerngruppe. Zudem können die Zensuren zum Auslöser für die Stigmatisierung einzelner Kinder und Jugendlicher werden.

Aus diesen Gründen fordert die GRÜNE JUGEND Brandenburg eine Abschaffung dieser stupiden Praxis. Dabei bleiben wir nicht alternativenlos:

„Stattdessen sprechen wir uns für sogenannte Bildungstagebücher aus, die primär als Feedback für die Lernenden dienen sollen. Regelmäßig geführte Lerntagebücher und individuelle Lernentwicklungsgespräche stellen eine sinnvolle Alternative zur konventionellen Notenvergabe dar.“

Ziffernnoten erzeugen größte Ängste bei Schülerinnen und Schülern. Damit die Drähte zu telefonischen Seelsorgediensten in Brandenburg zukünftig nicht mehr an Tagen der Zeugnisvergabe heiß laufen, muss der Stressfaktor Zeugnisnoten endlich abgeschafft werden!

Die vollständige Pressemitteilung kann hier gelesen werden.

1st picture: haifischmaedchen / license: creative commons
2nd picture: aliquando / license: creative commons

2 comments Januar 30, 2009

Gewohnheiten.

Revolution Mosaic

„Man sei durchaus bereit ein anderes Leben zu führen,
Im Augenblick stünde man zwar noch zwischen den Türen,
Es sei ja auch schwierig so von heute auf morgen,
Man habe ja auch noch den Hund zu versorgen.“

(Tocotronic: Die neue Seltsamkeit)

picture: rocketgirl13 / license: creative commons

Add comment Januar 29, 2009

Ska and Jan for MEP!

„Europa klar machen!“ – unter diesem Motto fand am vergangenen Wochenende der Parteitag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Dortmund statt.Ska und Jan unterstützen!

Ska Keller (27) und Jan Philipp Albrecht (26), beide engagierte Mitglieder der GRÜNEN JUGEND, haben es mit spitzen Argumenten auf spitzenmäßige Listenplätze für die Europawahl geschafft. Ska ist auf auf Platz 7 und JPA auf Platz 12 gewählt worden – damit haben die deutschen GRÜNEN die bisher jüngste Liste in ganz Europa aufgestellt.

Ska, derzeit Vorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg, war lange Zeit im Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND und als Sprecherin der europäischen GRÜNEN JUGEND (FYEG) aktiv. Sie ist engagierte Migrationspolitikerin und kämpft für ein soziales Europa.

JPA ist ehemaliger Bundessprecher der GRÜNEN JUGEND und setzt sich für ein freiheitliches Europa ohne den Überwachungswahn ein. Als engagierter Rechtspolitiker tritt er für die Stärkung der BürgerInnenrechte ein.

Ich wünsche den beiden weiterhin viel Erfolg auf ihrem Weg und hoffe, dass sie Europa klar machen können!

1 comment Januar 26, 2009

Der Sensemann ist unterwegs

Gestern fand in Königs Wusterhausen das Seminar der GRÜNEN JUGEND Brandenburg zur Energie- und Klimapolitik in Brandenburg statt.

Nach dem theoretischen Input führten wir in der Stadt eine bewegte Aktion zum Volksbegehren durch:

Der Sensemann in KW

Ein Sensemann zwang symbolisch die vom Tagebau bedrohten oder bereits vernichteten Dörfer Atterwasch, Lakoma, Grabko und Kerkwitz in die Knie. Könnte eines Tages auch Königs Wusterhausen der Braunkohle zum Opfer fallen?

2 comments Januar 25, 2009

Obama und die Gehörlosengemeinschaft

Barack Obama, frisch vereidigter Präsident der USA, gilt auch für die amerikanische Gehörlosengemeinschaft als Hoffnungsträger. Diese hatte ihn bereits während seines Wahlkampfes aktiv unterstützt und parallel für ihre eigenen Anliegen geworben.

Es ist weit bekannt, dass die US-AmerikanerInnen sehr vorbildlich sind, was die Umsetzung der Rechte für gehörlose Menschen angeht. So ist es absolut selbstverständlich, dass Fernsehsendungen untertitelt werden und die Amerikanische Gebärdensprache (ASL – American Sign Language) als gleichwertige Alternative zur englischen Lautsprache anerkannt ist. Viele hörende AmerikanerInnen können in ASL kommunizieren und in einigen Schulen kann ASL sogar als Fremdsprache im Unterricht gelernt werden.

campaigning with a smile (Barack Obama in Austin #3) So scheint es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Amtseinführung von Barack Obama im Fernsehen nicht nur untertitelt, sondern gleichzeitig auch gedolmetscht wurde, was für in Deutschland lebende Gehörlose noch lange nicht selbstverständlich ist.

Das besondere: Neben der relativ großen Einblendung der Dolmetscherin übertrug das Fernsehen Ober- statt Untertitel, was sich wahrscheinlich darauf zurückführen lässt, dass Schrift-Einblendungen im unteren Bildbereich nicht verdeckt werden sollten. Außerdem konnten die Obertitel dank spezieller Einklapptechnik 1:1 übertragen werden – also in originärer Sprechgeschwindigkeit und ohne inhaltliche Verknappung.

… Kein Wunder, dass die deutsche Gehörlosengemeinschaft stark beeindruckt ist!

picture: jmtimages / license: creative commons

1 comment Januar 22, 2009

90 Jahre Frauenwahlrecht

Frauen, bildet Banden! Heute vor genau 90 Jahren, am 19.01.1919, fand die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung statt. Erstmals in der deutschen Geschichte durften sich auch Frauen an Wahlen beteiligen.

Seit diesem Zeitpunkt sind Frauen zwar formal in politische Prozesse Prozesse eingebunden, aber dennoch ist eine wahre Gleichberechtigung noch lange nicht in allen Lebensbereichen hergestellt:

  • Noch immer gibt es trotz gleicher Qualifikation starke Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen: bei ArbeiterInnen verdienen Frauen im Schnitt 26% weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen, bei Angestellten besteht ein Gehaltsunterschied von 29%. Außerdem sind Frauen stärker als Männer in den unteren Leistungsgruppen vertreten. Selbst bei angenommener gleicher Leistungsgruppenstruktur würden die Unterschiede bei ArbeiterInnen 20% und bei Angestellten 17% betragen.
  • In der Wirtschaft befinden sich mehr Männer in Führungspositionen als Frauen. Während der Anteil von Frauen in Führungspositionen unter 30 Jahren mit 43 Prozent noch relativ hoch ist, sinkt ihr Anteil jedoch mit der Familiengründung bis zum Alter von 40 Jahren auf knapp über 20 Prozent und verbleibt dann auf niedrigem Niveau. Außerdem nimmt der Anteil von weiblichen Führungspositionen mit der Größe des Unternehmens und auch mit der Höhe der Hierarchieebene im Unternehmen ab.Frauen
  • Im derzeit amtierenden 16. Bundestag beträgt der Frauenanteil gerademal 32%. Lediglich die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN schafft es mit einem Frauenanteil von 58,8%, mindestens die Hälfte der Mandate den Frauen zu geben.
  • Zudem werden Frauen auf sprachlicher Ebene diskriminiert. Zwar stören sich die wenigsten Menschen daran, doch gerade deshalb sind diese sprachlichen Diskriminierung fatal: So werden Frauen zumeist in grammatisch maskuline Formen eingeschlossen, was die Assoziation hervorruft, es handele sich bei den zu bezeichnenden Personen um auschließlich männliche Gruppenzugehörige. Zudem werden häufig sprachliche Asymmetrien (bspw. Damen versus Männer) gebraucht, welche Frauen – wenn auch aus falsch verstandener Höflichkeit – diffamieren und damit Männern gegenüber nicht gleichwertig behandeln.
  • Außerdem wird in den Medien und der Werbung immer wieder auf klischeehafte Geschlechterrollen zurückgegriffen, was dazu beiträgt, dass sich diese Rollenbilder verfestigen und selbst bei den abgedroschensten Komikern für Lacher über geschmacklose Witze sorgen.

Lasst uns also weiterhin und vor allem mit Nachdruck für eine wirkliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern kämpfen!

2nd picture: EagerEyes / license: creative commons

Add comment Januar 19, 2009

Previous Posts


Untertitel-Petition

Sarah

Neueste Kommentare

Ale zu Aus der Krise hilft nur G…
„Es ist Deutsc… zu Staatsziel Deutsch.
christophbrammertz zu Staatsziel Deutsch.
Mädchen aus Ostberli… zu Auf den Dächern von Berli…
Bine zu Auf den Dächern von Berli…

 

Januar 2009
M D M D F S S
« Dez   Feb »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Über'n Tellerrand

Jung - grün - stachelig

Politik

Kategorien

Archiv

Auf den Dächern ...
Idylle am Balaton (Ungarn)
Blauer Stuhl (Berlin)
Spaziergang

Meta