Archive for September 2008
Traurig, aber wahr.
Gestern war Wahltag in Brandenburgs Kommunen. Der Landesjugendserver Brandenburg berichtet:
Nach der vorläufigen Stimmenauszählung erhielt im landesweiten Durchschnitt die SPD die meisten Stimmen (25,8%), dicht gefolgt von der Linken (24,7%), mit herben Verlusten CDU (19,8%), dann FDP (7,3%), Grüne (4,6%) sowie unabhängige Wählergruppen (12,4%). Auch die Rechten sind nun in fast allen Kreistagen mit mindestens einem Mandat vertreten; zusammen erhielten DVU und NPD 3,4%.
Das Absacken der CDU kann wohl als Antwort der WählerInnen auf die Arbeit der großen Koalition im Bundestag verstanden werden. Dies wurde auch eindrucksvoll mit dem Ergebnis der Landtagswahl in Bayern quittiert, wo die CSU auf 43,4 Prozent absackte und damit die absolute Mehrheit verlor. Schlecht für CDU und CSU, gut für die Menschen in den betroffenen Regionen.
Für Cottbus bedeutet das Ergebnis der Kommunalwahl, dass die Bündnisgrünen ihren Fraktionsstatus verlieren und nur noch zwei Plätze im Stadtparlament erhalten. Damit liegen sie erschreckender Weise gleichauf mit der NPD, deren Einzug in die Stadtverordnetenversammlung traurig, aber leider wahr ist.
Add comment September 29, 2008
Kurz vor der Wahl …
… einmal innehalten, nachdenken und dann drei Kreuze machen – in Brandenburg sind Kommunalwahlen!
Zwar bin ich als Berlinerin in Brandenburg nicht mehr wahlberechtigt, doch trotzdem mache ich Politik für ein tolerantes und weltoffenes Land Brandenburg. Ich appelliere an alle BrandenburgerInnen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und sich auch in Zukunft weiter für demokratische Strukturen in ihrem Bundesland einzusetzen.
Morgen wählen gehen und Demokratie stärken!
Add comment September 27, 2008
NPD tappt im Dunkeln
Abends halb zehn in Cottbus.
Ich komme gerade von einer Podiumsdiskussion, in der das Nichtwählen und der Kampf gegen Rechtsextremismus thematisiert worden sind.
Es ist mittlerweile stockfinster, ich radele gemütlich nach Hause und der eisige Wind frisst sich in meine Kleidung. Ich fahre gedankenverloren durch die Dunkelheit, während der wackelige Schein meiner Fahrradlampe mir den Weg voraus eilt. Langsam nähert sich der Lichtkegel einer kleinen Gruppe dunkel bekleideter Menschen.
Ich komme näher und registriere, dass diese minimalfrisierten jungen Männer gerade dabei sind, Plakate der NPD an Straßenlaternen zu befestigen – schön weit oben, an jeder zweiten Lampe, knapp drei Tage vor der Kommunalwahl und mitten in der Finsternis …
2 comments September 25, 2008
Sidekick „Illusion Selbstbestimmung“
Heute hat Rieke in ihrem Blog den sehr lesenswerten Beitrag „Illusion Selbstbestimmung“ veröffentlicht. In ihm geht es um die Frage, wie selbstbestimmt Menschen mit körperlichen, seelischen und geistigen Beeinträchtigungen wirklich leben.
Ein persönliches Erlebnis, das im Artikel wiedergegeben wird, unterstreicht das wechselseitige Unverständnis zwischen einer Frau, die eine Rollstuhlfahrerin ungefragt in die Tram schiebt und der Rollstuhlfahrerin selbst:
Die Frau die “nur helfen wollte” ist empört und regt sich darüber auf das die Rollstuhlfahrerin so “undankbar” ist, sie findet auch gleich ein paar weitere Mitfahrer die das auch ungeheuerlich finden.
Lesen und Kommentieren lohnen!
Add comment September 24, 2008
Zu Hause sein.
leben, ankommen, FreundInnen, unterwegs sein, Kerzen, Brandenburg, Familie, Theater, Bahnhofsbrücke, ziellos sein, Spreewald, Fernweh, Berlin, lieben, allein sein, Bahnfahren, lachen, zielgerichtet sein, Frühling, Laptop, Streit, Treptower Park, Uni, aufgefangen werden, Sommer, Niedersachsen, Politik, Winter, weg sein, weinen, irgendwo, Fahrradfahren, Versöhnung, an die Schulter lehnen, Internet, Bahnhof, nirgendwo, Cottbus, sterben, E-Mails, Puschkinpark, da sein, Herbst …
… ein Gefühl?
Add comment September 23, 2008
Shuk Ha’ Carmel in Berlin
Heute verschlug es mich spontan auf das Straßenfest und den Markt der Jüdischen Gemeinde in Berlin. Diese Veranstaltung anlässlich des 60. Jahrestags Israels war eingebettet in das Programm der Jüdischen Kulturtage 2008.
Bei angenehmen Klezmerklängen fielen die BesucherInnen schon bald in einen rhythmischen Wiegeschritt und hangelten sich so von Stand zu Stand die Fasanenstraße entlang. Der Markt bot eine Vielzahl an Gewürzen, Obst und Gemüse, koscheren Speisen, Kunst und Judaica und holte damit eine Art kleinen „Shuk Ha’ Carmel“ (größter Markt in Tel Aviv) nach Berlin.
Add comment September 21, 2008




