Wahlrecht für alle!
Juli 17, 2008
Vor zwei Tagen rief mich eine Journalistin von der Märkischen Allgemeinen Zeitung an, um mich zum Thema Minderjährigenwahlrecht zu interviewen. Herausgekommen ist ein Artikel, in dem ich im Namen der GRÜNEN JUGEND Brandenburg Stellung bezogen habe.
So machte ich deutlich, dass wir für ein unbeschränktes Wahlrecht, das heißt für ein Wahlrecht ab Geburt, eintreten. Die Forderung von JuSos, JuLis und Solid nach einem allgemeinen Wahlrecht ab 16 Jahren unterstützen wir in so weit, dass wir sie für einen ersten Schritt in die richtige Richtung halten. In unseren Augen ist aber auch diese neue, wenn auch niedrigere Hürde nur eine weitere willkürliche Festlegung einer neuen Altersgrenze.
„Die Absenkung der Altersgrenze auf 16 ist im Moment ein realistischer Kompromiss“, sagt Sprecherin Sarah Benke. „Altersgrenzen werden immer willkürlich festgelegt. Sie treffen keine Aussage über das Politikinteresse junger Leute.“
Mit unserer Forderung, jegliche Altersgrenze für das Wahlrecht abzuschaffen, sind wir der weitgehendste politische Jugendverband in Brandenburg.
Im Interview wurde ich auch gefragt, wie ich mir niedrige Wahlbeteiligungen und Desinteresse an Politik, insbesondere unter Jugendlichen, erkläre.
Dies hänge vor allem mit der Art und Weise zusammen, wie junge Leute an die Politik herangeführt werden. „Wenn man Politik aufgezwängt bekommt, kann das nicht funktionieren. Die Jugendlichen müssen selbst kommen, am besten über Teilhabe. Junge Leute haben Spaß an der Arbeit, die sie selbst machen.“
Ich erlebe immer wieder, wie gerne sich Kinder und Jugendliche in politische Angelegenheiten einmischen wollen. Sie wollen aktiv teilhaben an den Entscheidungen, die sie selbst betreffen. Deshalb bedauere ich, dass sie sich kaum einbringen können, weil sie keine starke Lobby haben, die für sie spricht und ihr Mitbestimmungsrecht einfordert.
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