GermanInnen im Rausch …

Juni 16, 2008

… oder: Wie aus Cannabis Hanf wurde

kannabis (ab 1000 v. Chr.) – Die GermanInnen klauten sich Wort und Produkt von den SkythInnen, einem osteuropäischen ReiterInnenvolk. Da sich die GermanInnen als Völkerschaft gerade in ihrer pubertären Phase befanden, konnte auch das Durchleben aufregender Prozesse nicht ausbleiben. Dazu gehörte, sich mit einer eigenen Jugendsprache von den anderen indoeuropäischen Familienmitgliedern abzugrenzen. So schoben und sogen sie ihre Laute wie wild zwischen Labia und Glottis hin und her, bis sich „hanap“ gegen das angestaubte „kannabis“ durchsetzen konnte. Überflüssige Endungen einfach wegfallen zu lassen, galt schon bei den GermanInnen als besonders trendy.

hanap (bis 750 n. Chr.) – Da die GermanInnenclique durch die Völkerwanderung in kleinere Gruppen zerfallen war, begann schon damals die Hatz nach Statussymbol, was zwischen Maas und Elbe in ein Bäumchen-wechsel-dich des Konsonantismus mündete. Es lassen sich zwei wesentliche Ergebnisse dieses Prozesses benennen: 1.) hanap wurde zu hanaf und 2.) die Entstehung des Hochdeutschen in einer Testversion: Althochdeutsch 1.0.

hanaf (bis 1050 n. Chr.) – Vielleicht ist es falsch, einer ganzen Sprachgemeinschaft vorzuwerfen, sie wäre maulfaul. Aber wenn mensch sich einmal den Fortgang des Kannabis-Märchens ansieht, dann lässt sich wohl kein anderes Urteil über die mittelhochdeutschen SprecherInnen fällen: Erst wird das zweite „a“ aus hanaf immer weiter reduziert – und schließlich verschwindet in einer Alles-muss-raus-Mentalität selbst aus dem Zwischenprodukt hanef das mickrige „e“.

Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen: formvollendet in Schönheit und funktionell in Begriff und Bedeutung besticht es in schlichter Eleganz – das neuhochdeutsche Hanf!

co-produced by A. S.

picture: StePagna / license: creative commons

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