CDU will “Gymnasien-Schutzgebiet”

April 22, 2008

Rettet die Bremer Gymnasien!

… prangt in roten Lettern auf der CDU-eigenen Domain www.gymnasien-schutzgebiet.de. Die Bremer CDU hat sich die Rettung der Gymnasien und damit den Kampf gegen die Einführung der Einheitschule auf die Fahnen geschrieben. Thomas Röwekamp, MdBB und Vorsitzender der Bürgerschaftsfraktion der CDU, begründet die Aktion schlicht:

Kinder haben unterschiedliche Begabungen und brauchen deswegen unterschiedliche Schulen.

Ach ja, vollkommen klar: innerhalb jedes Schultyps bilden die bereits vorselektierten Kinder und Jugendlichen eine homogene Masse und dürfen als leistungsfähiges Humankapital in einem an wirtschaftliche Interessen gebundenen Unterricht den Zielen einer leistungsorientierten Gesellschaft gerecht werden. Deshalb meint die CDU auch:

[...] in der Schule soll leistungsorientierte Förderung schädlich sein? Wir sagen: Nein!

Wenn es nach der CDU ginge, sollten SchülerInnen schon beizeiten selektiert werden. Doch wie kann der Kampf gegen Auslese und Ausgrenzung im Schulsystem gewonnen werden, wenn SchülerInnen nicht das Recht erhalten, möglichst lange gemeinsam lernen und leben zu können? Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen (GJN) hat bereits in einem bildungspolitischen Beschluss vom April 2007 formuliert:

Der Versuch, Gymnasien zu erhalten, verhindert, dass in den Köpfen von Eltern und LehrerInnen ein Umdenken stattfindet: weg von den mangelhaften Schulformempfehlungen und dem Ideal möglichst gleichförmiger Klassen, hin zu einer Lernkultur, die jedeN mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen annimmt und fördert.

Deshalb fordert die GRÜNE JUGEND:

Wir wollen eine Schule, die allen offen steht: Leistungsstarken und Leistungsschwachen, Behinderten, Kindern von Reichen und Armen und den Kindern von Flüchtlingen.

Individueller Unterricht und gezielte Förderung von Ausgrenzung bedrohter Gruppen innerhalb der Lerngruppe erlauben, dass jedeR nach eigenen Interessen und Geschwindigkeit lernt und trotzdem keineR den Anschluss verliert.

Denn wir wollen keine SchülerInnensortiermaschine, die die Ausgrenzung und Auslese einzelner SchülerInnen unterstützt und fördert. Wir wollen eine Schule, die allen offen steht!

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