Archive for Oktober 2007

Rendezvous mit Bert

Gestern durfte ich einen wunderbaren Abend im Theater genießen. Das Berliner Ensemble lud zu Bertolt Brechts 1922 uraufgeführter Komödie „Trommeln in der Nacht“, für die der damals 21-Jährige noch im gleichen Jahr mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde. Die wirklich grandiose Inszenierung von Philip Tiedemann ließ Brechts Gedanken zum epischen Theater auf großartige Weise erkennen und machte die bitter-bissige Komödie zu einem wunderbaren Highlight in der kulturellen Flachlandschaft.

Add comment Oktober 31, 2007

Stiller Protest in Strausberg

An diesem Wochenende fand die Landesmitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND Brandenburg statt. Baumpflanzaktion der GJBB 3Nach reichlich einem Jahr war ich nun zum ersten Mal wieder mit dabei und fühlte mich auf Anhieb in meinem neuen alten Landesverband wohl. In beschaulicher Runde (sieben Mitglieder und ein junger altgrüner Gast) begingen wir das Wochenende mit der Pflanzung eines Apfelbaums – als stiller Protest gegen die Fällung von 450 Bäumen allein in Strausberg und Zeichen für die erhoffte Wiedererstarkung unseres jungen und hoch motivierten Jugendverbandes in Brandenburg.

Heute wurde abschließend der Landesvorstand gewählt, der sich aus sechs Mitgliedern zusammen setzt. Ich selbst habe mich vor einigen Tagen dazu entschlossen, als Sprecherin für den Landesverband zu kandidieren und bin auch in meinem Wunsch nach Tatendrang bestätigt worden. Jetzt darf ich als Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Brandenburg mit neuem Elan aktiv werden und freue mich schon jetzt auf die Herausforderungen, die mich hier erwarten werden.

Kleiner Wink nach Niedersachsen: Ich hoffe, ihr könnt mir mein flegelhaftes Verhalten noch einmal verzeihen. Habe mich nicht so ganz an euren Vorschlag gehalten … ;-)

Add comment Oktober 28, 2007

Abenddämmerung

Abenddämmerung am Schiffbauerdamm: Links der Bahnhof Friedrichstraße, rechts das Berliner Ensemble, zu Füßen die Spree. Der Himmel ist klar, der Wind rauh. Auch das ist Berlin.

Abenddämmerung

Add comment Oktober 26, 2007

Zivilcourage. Eine Anekdote aus Dresden.

NPD Fraktion im Sächsischen Landtag
Herren H. Apfel und A. Delle
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Dresden, 18. Oktober 2007

 

Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden

Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,

wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.

Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.

Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.

Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.

In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen
MACRANDER HOTELS GmbH & Co. KG

Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer

Gefunden auf www.hpd-online.de.

 

Add comment Oktober 26, 2007

Freiheit für Andrej H.

Gestern gab die Pressestelle des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe offiziell die Aufhebung des Haftbefehls gegen Andrej H. bekannt. In der Mitteilung (Nr. 154/2007) heißt es:

Die bisherigen Ermittlungen belegen zwar die Einbindung des Beschuldigten in die linksextremistische Berliner Szene, seine Mitwirkung bei der Veröffentlichung der letzten Ausgaben der aus dem Untergrund publizierten Szenezeitschrift „radikal“ und auch seine – konspirativ angelegten – Kontakte zu zumindest einem Mitbeschuldigten, der verdächtigt wird, als Mitglied der „militanten gruppe“ am 31. Juli 2007 an einem versuchten Brandanschlag auf drei Lastkraftwagen der Bundeswehr beteiligt gewesen zu sein. [...]

Jedoch darf [...] ein Haftbefehl nur dann erlassen werden, wenn der Beschuldigten einer Straftat dringend verdächtigt ist. [...] Eine solche Wahrscheinlichkeit, dass er sich an einer terroristischen Vereinigung mitgliedschaftlich beteiligt hat, kann im Fall des Beschuldigten zur Zeit nicht bejaht werden [...].

Der Haftbefehl konnte schon aus diesem Grund keinen Bestand haben.

Andrej H. ist frei. Und dies ist mit Sicherheit nicht zuletzt dem massiven Druck aus der Öffentlichkeit geschuldet.

Add comment Oktober 25, 2007

Wenn mensch vom Teufel spricht …

Kaum warnen Medien und öffentliche Stellen vor neuen Attacken aus der rechtsextremistischen Szene, werden auch schon die ersten Schulen von neonazistischen Hetzblättern überflutet.

Erstes Opfer in Brandenburg: eine Cottbuser Oberschule, deren SchülerInnen derzeit im einwohnerstärksten Bezirk der Stadt unterrichtet werden. Dort ist gestern der „STACHEL“, eine Broschüre im A5-Format, verteilt worden.

Besonders auffällig:

  • Das „T“ des Titels „STACHEL“, grafisch als eben selbiger dargestellt, hat verblüffende Ähnlichkeit mit allen bisher bekannten Abwandlungsformen der Tyr-Rune (u. a. gebraucht als Divisionszeichen der 32. SS-Freiwilligengrenadierdivision 30. Januar und Schmuck als Ärmelemblem von Abolventen der SA-Reichsführerschulen).
  • Im Untertitel wird das Blatt als „Schülerzeitung für Mitdenker“ glorifiziert.
  • Insbesondere Kindern und Jugendlichen ohne Hintergrundwissen wird der Einstieg erleichtert: Der Hinweis zum Artikel „Darum sind wir Nationalisten“ auf Seite 3 ist gut sichtbar und in der Mitte des Titelblattes positioniert.
  • Der mit eindeutig nationalistischer Connotation formulierte Slogan „Ich stehe zu meinem Land“ prangt ebenfalls auf dem Blatt. Die Wörter „stehe“ und „Land“ sind dank fetter Schrift besonders markant.
  • Direkt daneben: „Bekenne Dich und zeig anderen, daß Du Deutschland beistehen wirst, wie Hermann der Cherusker es tat. Auf Dich kommt es an!“ – selbstverständlich in alter Rechtschreibung und mit heldenhaft-nationalistischer Mystifizierung des die Römer in der Varusschlacht besiegenden Arminius in Gestalt des „nationalen Befreiers“ Hermann.
  • Die jugendliche Aufmachung des Blattes wirkt verharmlosend und spricht eindeutig die erwünschte Zielgruppe an: Schülerinnen und Schüler im Alter von etwa 10 – 18 Jahren.

Was kommt als nächstes?

Add comment Oktober 23, 2007

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