Antrittsrede in Gebärdensprache

Helene Jarmer Helene Jarmer, grüne Abgeordnete im österreichischen Nationalrat, hielt heute ihre erste Rede vor den KollegInnen im frisch gewählten Parlament – in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS).

Unter demTitel “Schreien nützt nichts” veröffentlichte derStandard.at einen Bericht über Jarmers Einstand, in dem er die humorvoll angelegte Rede der jungen Abgeordneten zu würdigen wusste:

“Jarmer nützte ihre Rede zum Behindertenbericht dazu, ihren Kollegen eine kleine Einschulung in die Gebärdensprache zu geben. Gleichzeitig sandte sie – unterstützt von einer Dolmetscherin – ein Plädoyer aus, behinderten Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben zu ermöglichen.”

Offensichtlich kam Jarmers Lektion in ÖGS sehr gut an. Sie betonte, dass die Gebärdensprache keine internationale Sprache ist, sondern es viele nationale Gebärdensprachen mit dialektalen Varianten gibt und veranschaulichte dies mit Beispielen, die für sympathiekundgebene Lacher seitens der Abgeordneten sorgten.

“Jarmer legte ihre Rede humorvoll an. Den Abgeordneten-Kollegen machte die Grün-Mandatarin gleich klar, dass sie wirklich gar nichts höre: ‘Schreien nützt nichts.’ Nichtsdestotrotz gebe es mannigfaltige Möglichkeiten, mit ihr in Kontakt zu treten: SMS, E-Mail oder auch telefonisch mit Hilfe ihrer Gebärden-Dolmetscherin.”

Nachdem Jarmer über Gehörlosigkeit, Gebärdensprache und Kontaktmöglichkeiten gebärdet hatte, betonte sie, dass sie sich in Zukunft für die Belange aller behinderter Menschen einsetzen wolle.

Ihre ausdrucksstarke Rede kann hier gesehen und gehört werden:

picture: Die Grünen/Katharina Gossow / copyright: Grüne Bundespartei

Add comment Juli 10, 2009

Offener Brief an Cornelia Behm

Im Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Brandenburg haben wir uns in den letzten Wochen intensiv mit der Abstimmung über das Zugangserschwerungsgesetz beschäftigt. Dabei haben wir uns sehr über die beschlossenen Internetsperren aufgeregt – Zensurvor allem, weil nicht alle bündnisgrünen Abgeordneten im Bundestag dagegen gestimmt, sondern viele sich lediglich enthalten haben. Das Abstimmungsverhalten aller Abgeordneten kann hier eingesehen werden.

Leider hat auch die einzige Brandenburger Abgeordnete für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Cornelia Behm, nur mit Enthaltung gestimmt. Deshalb haben wir ihr einen offenen Brief geschrieben, in dem wir aufzeigen, warum wir diese Entscheidung für falsch halten. Der komplette Brief ist hier zu finden.

Wir hoffen, dass sich Cornelia dazu äußern wird. Gerne würden wir persönlich mit ihr ins Gespräch kommen, freuen uns aber auch über eine schriftliche Antwort ihrerseits. Wir warten gespannt.

picture: freeskier / license: creative commons

Add comment Juli 8, 2009

Folgenschwerer Abrutsch.

Gestern machte die Lausitzer Rundschau bekannt, dass mitten in Brandenburg ein unglaublicher Erdrutsch geschah: 27 Hektar Erdboden – eine Fläche von 36 Fußballfeldern – sackte um durchschnittlich 5-6 Meter in die Tiefe. Das Unglück, das sich in einem ehemaligen Tagebaugebiet bei Calau (Oberspreewald-Lausitz) ereignete, geschah am 30. Januar dieses Jahres. Erst ein halbes Jahr später wurde der Fall öffentlich.

Tagebau bei Cottbus“Sofort sperrte der Bergbausanierer LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH) das Gebiet weiträumig ab. Mehrere Hundert Hektar Kippenboden wurden zur Gefahrenzone erklärt. Nur Waldbesitzer [...] und anliegende Kommunen wurden informiert.”

Der Vorfall wurde erst Ende Juni im Braunkohlenausschuss, einem Mitwirkungsgremium für Organisationen und Verbände im Braunkohlenrevier, bekannt gemacht.

“Klaus Freytag, Chef des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) nannte den großräumigen Geländebruch ‘einen Schuss vor den Bug’ für seine Behörde. Das LBGR hatte das Gebiet aus der Bergaufsicht entlassen. Freigegebene Flächen, so Freytag, sollten selbstverständlich auch sicher sein.”

Dass allein die Sicherheit freigegebener Flächen offenbar keine Selbstverständlichkeit ist, ist schon unfassbar genug. Dass jedoch mit einer öffentlichen Bekanntmachung ein halbes Jahr gewartet wird, ist ein unverzeihbarer Fehler. Der sich aufdrängende Verdacht auf eine bewusste Geheimhaltungsstrategie seitens der Verantwortlichen lässt sich angesichts des enormen Ausmaßes des Erdrutsches weder vermeiden noch rechtfertigen.

Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass Braunkohleverstromung nach wie vor eine rundum dreckige, naturferne und klimafeindliche Angelegenheit ist – denn dem Klima- und Umweltproblem während Abbaggerung und Verbrennung folgt eine unsichere Rekultivierung von Tagebaurestlöchern, deren Erfolg nicht garantiert werden kann.

picture: smitty42 / license: creative commons

Add comment Juli 7, 2009

Demokratie und Mitbestimmung reloaded.

Die GRÜNE JUGEND Brandenburg lädt wieder einmal zu einem spannenden Seminar, welches am 11./12. Juli 2009 in Berlin stattfinden wird.

Was heißt eigentlich Demokratie und wie funktioniert wirkliche Mitbestimmung?

Am Samstag wollen wir zuerst mit dem Mehr-Demokratie e.V. über direkte Demokratie sprechen. Im Anschluss führen uns die KinderRÄchTsZÄnker (K.R.Ä.T.Z.Ä.) in die Alltagsdiskriminierung von Kindern ein. Mit ihnen wollen wir über Wege zu einer gleichberechtigten Mitbestimmung von Kindern diskutieren.

mauerAm Sonntag möchten wir mit der DGB-Jugend die Frage der Mitbestimmung am Arbeitsplatz erörtern. Abschließen wollen wir das Seminar mit den JungdemokratInnen zur Frage „Grenzen von Demokratie vs. Demokratisierung aller Lebensbereiche“.

Sei dabei!

JedeR ist herzlich eingeladen, dabei zu sein. Fahrtkosten werden erstattet, Verpflegung ist gratis und Eintritt gibts zum Nulltarif. Mehr Infos bekommt ihr hier.

Add comment Juli 2, 2009

Fall_Rückzieher von FC Energie Cottbus

Ein Fest der Toleranz sollte es werden, das ganztägige Fußballturnier des FSV Germania Storkow. Bewusst hatte sich der Verein das Motto “Mit Energie für Toleranz” gewählt, denn zum Höhepunkt des Tages sollte um 17:00 Uhr das Freundschaftsspiel zwischen dem FSV Germania Storkow und dem FC Energie Cottbus angepfiffen werden. Doch nun pfeifft der FCE seinen Besuch zurück. Anlass hierfür ist ein von der Brandenburger NPD angekündigter Aufmarsch, der sich gegen das Motto des Festtages richtet.

NPD-Landesvorsitzender Klaus Beier schreibt in einem offenen Brief an den FSV Germania Storkow: “Es ist traurig, daß ein Freundschaftsspiel für politische Zwecke instrumentalisiert werden soll, um dann noch als Nebeneffekt angesichts des Mottos gegen ‘Rechtsextremismus’ einen Zuschuß durch das Land Brandenburg zu erbetteln.”

4. Juli Storkow: NPD stoppen!Er ereifert sich des Weiteren darüber, dass “dieser sportliche Vergleich im Jahr der 800-Jahr-Feier zwischen Germania Storkow und Energie Cottbus politisch mißbraucht werden soll.” Aus diesem Grunde wolle der NPD-Landesverband “derartigen demokratiefeindlichen Aktionen künftig die rote Karte zeigen und dort Gesicht zeigen, wo man glaubt, nationale Menschen diffamieren zu können.” Zuletzt nötigt er den Storkower Verein, ein “angemessenes Motto” zu wählen, nur dann wäre “der Landesvorstand der Brandenburger Nationaldemokraten gerne gesprächsbereit, damit das Fußballfest doch noch auf der rein sportlichen Ebene zelebriert werden kann.”

Da sich der Storkower Verein durch diese feindseligen und an Idiotie grenzenden Beschimpfungen konsequenterweise nicht einschüchtern ließ, hat die NPD ihren Aufmarsch in Storkow bereits angemeldet.

Aufgrund dieser Umstände entschloss sich der FC Energie zu einer Absage des Freundschaftsspiels. In der Lausitzer Rundschau begründet Energie-Pressesprecher Ronny Gersch den Rückzieher des Cottbuser Fußballclubs mit den Worten: „Die Sicherheit unserer Spieler ist nicht gewährleistet“.

Traurig, dass der sich gerne weltstädtisch gebende FCE nicht einmal annähernd so viel Rückrat besitzt wie ein brandenburgischer Dorfclub.

1 comment Juli 1, 2009

Will You Be There?

Längst weiß es alle Welt: Michael Jackson ist tot.

Was aber längst nicht alle Welt weiß, hat jüngst der Taubenschlag berichtet: auf der für London angesetzten Konzertreihe für den King of Pop sollte ein Kinderchor auftreten. Das Besondere daran war, dass sämtliche Kinder die Gebärdensprache beherrschen sollten, da Jacksons Worte simultan übersetzt werden sollten.michael-jackson_1958-2009

Die Pop-Ikone war für seine Skurrilitäten bekannt. Aber seine Forderung wäre natürlich nicht nur für SängerInnen untypisch, sondern – im doppelten Sinn – eine schöne Geste für Gehörlose gewesen.

Bereits 1993 trat in einer seiner Shows ein kleiner Junge auf, der den Song “Will You Be There?” teilweise in Amerikanische Gebärdensprache (American Sign Language, ASL) übersetzte. Wer es selbst einmal sehen möchte, kann hier ab 4:43 Min. schauen.

picture: frgdr / license: creative commons

Add comment Juni 30, 2009

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Sarah

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